Sehr geehrter Pflegekunde,

sehr geehrte Angehörige,

 

das vorliegende Informationsblatt soll Sie darüber informieren, wie Sie selbst wirksam bei MRSA Keimbesiedlung handeln können.

 

Allgemeine Informationen

 

Begriffserklärung:   MRSA = Methicillin resistenter Staphylococcus aureus

                                                 vorhandene mehrfache Resistenz gegen Antibiotika

 

Besiedlung:      v. a. in Nasenraum, Hautbereiche wie Leisten, und

                         Schleimhäuten, Wunden( falls vorhanden)

          

Nachweis:        Die MRSA Besiedlung wird mittels Abstrich nachgewiesen. Dafür sind jeweils
                         Abstriche aus beiden Nasenlöchern, Leisten, ggf. von der betroffenen Wunde zu
                         entnehmen.

 

Risikogruppe: - Menschen mit häufig längeren Krankenhausaufenthalten (insbesondere

                          auf Intensivstation)

                       - Menschen mit chronischen Erkrankungen, geschwächten Immunsystem

                         (häufige Einnahme von Antibiotika, insbesondere bei unsachgemäßen

                          Einsatz)

 

Übertragung: - direkter Kontakt mit MRSA-tragenden Personen

                       - indirekter Kontakt über gemeinsam genutzte Gegenstände (z.B Handtücher)

                       - mangelnde Hygiene

                       - Kontakt mit MRSA- infizierter Nutztieren

 

Verbreitung:   ca. 1-2 % in Deutschland sind vermutlich MRSA-Träger

 

Sollte ein MRSA nachgewiesen sein, müssen einige wichtige Hygienemaßnahmen eingehalten werden.

 

 

MRSA-Hygienemaßnahmen

 

Ziel:  Vermeidung einer Keimverschleppung bzw. einer Infektion, Eigenschutz

 

MRSA wird im häuslichen Bereich primär durch die Hände auf andere Menschen übertragen, daher ist strikt darauf zu achten die Grundregeln der Hygiene einzuhalten und eine einwandfreie Handhygiene durchzuführen.

Angehörigen mit offenen Wunden an Armen, Gesicht, Händen oder Hautekzemen sollten wenn möglich im Rahmen des Eigenschutz MRSA- positive Angehörige nicht weiterpflegen.

 

 

Maßnahmen

 

-  Informationsweitergabe an den behandelnden Arzt, sowie weitere Angehörige , ggf. 

   Fachärzte, Therapeuten, etc

-  bei einer evtl. Krankenhauseinweisung ist dem Krankentransport, sowie dem KH die MRSA

   Besiedlung mitzuteilen.

 

Vorgehen allgemein:

  • Vor und nach den Einsätzen die Hände desinfizieren laut Hygieneplan.
  • bei allen medizinischen und pflegerischen Tätigkeiten sind Schutzkleidung zu tragen: Schutzkittel, Schürze, Mundschutz, Handschuhe
  • Die Abwürfe im Zimmer des Patienten sind nach jedem Einsatz zu entsorgen.

Hygienische Händedesinfektion:

  • Vor jedem Anziehen der Einmalhandschuhe
  • Vor und nach jeder Tätigkeit mit engem Körperkontakt
  • Nach möglicher Kontamination mit Körpersekreten und Ausscheidungen
  • Nach dem Ausziehen der Einmalhandschuhe und beim Verlassen des Zimmers/der Wohnung.

Schutzkittel:

  • Der Schutzkittel dient zum Schutz des Pflegepersonals, als auch der Vorbeugung einer Verschleppung von Keimen zu anderen Patienten. Er wird bei Patienten mit Wunden , Verweilkatheter, Sonden oder Tracheostoma , sowie im Umgang mit Körpersekreten und Ausscheidungen und beim Bettenmachen getragen.
  • Der Schutzkittel ist waschbar, verbleibt beim Patienten und wird mind. 1-mal wöchentlich gewechselt werden. Ausnahme bei Verschmutzung.
  • Schutzkittel wird von der Außenseite nach Außen hängend im Zimmer aufbewahrt.
  • Der Kittel wird vom FD ausgetauscht.
  • Der Schutzkittel wird beim Patienten gewaschen auf mind. 60°.
  • Im Pflegebericht ist zu notieren , wann der Kittel gewechselt wurde.
  • Das Tragen einer Schürze ersetzt den Schutzkittel NICHT!

Mundschutz:

  • Bei Wundbehandlungen empfiehlt es sich den Patienten einen Mundschutz tragen zu lassen zum Schutz der eigenen Keimverschleppung vom Nasenrachenraum in die Wunde.
  • Für Tätigkeiten im Haushalt ist kein Mundschutz erforderlich, es sei denn beim Bettenmachen, Bettwäschewechsel!

Schürze:

  • Die Schürze wird während Tätigkeiten im Haushalt getragen, sowie bei allen anderen anfallenden Tätigkeiten , bei welchen nicht schon der Schutzkittel getragen wird. Die Schürze bietet nur geringeren Schutz als der Schutzkittel.
  • Sie wird zum zusätzlichen Nässeschutz beim Duschen / Baden des Patienten über dem Schutzkittel getragen.
  • AUSSEN/INNEN wird zu Beginn auf der Schürze notiert, sowie das Datum der ersten Benutzung.
  • Die Schürze wird wie der Schutzkittel beim Patienten aufbewahrt und mind. 1x wö. oder bei Verschmutzung gewechselt und entsorgt.

Handschuhe:

  •  Sie dienen zum Eigenschutz ,sind generell zu tragen und werden nach Gebrauch entsorgt.

 

Körperpflege:

  • Bei der Körperpflege wird zur Vermeidung von Kolonisation eine antiseptische       wirkende Seife und Lösungen empfohlen und nach Möglichkeit verwendet.(Waschlotionen wie Octenisan, Körperpflegemittel von Braun, etc.)
  • Es werden nach jeder Körperpflege die Waschlappen und Handtüchergewechselt und gewaschen.
  • Zur Intimwäsche sind Einmalwaschlappen empfohlen.

Wäsche:

  • Es ist empfohlen die anfallende Wäsche sowie den Schutzkittel desinfizierend zu waschen. Die Wäsche muß mindestens bei 60 Grad gewaschen werden.
  • Täglicher Wäschewechsel der Unterwäsche und der Waschlappen und Handtücher ist empfohlen.

Geschirr:

  • Gläser, Besteck, Geschirr und sonstige häusliche Gegenstände und Abfälle sind wie üblich zu behandeln.
  • Angefallener Abfall durch Verbandwechsel, Inkontinezmaterialien , etc. ist direkt nach dem Einsatz zugeknotet zu entsorgen.

Reinigung des Pflegezimmers:

  •  Das Pflegezimmer kann normal gereinigt werden. Allerdings sollte in einem    
     Pflegezimmer stets für Sauberkeit gesorgt werden.

 

Bekämpfungsmaßnahmen- Sanierung:

  • Sanierung einer nasalen MRSA Besiedlung mit Mupirocin- Nasensalbe
  • Rachen- Mundraum: desinfizierende Mundspüllosungen
  • Ganzkörperwaschungen incl. Haare/Kopfhaut mit antiseptischen Seifen und Lösungen. (Waschlotionen wie Octenisan, Körperpflegemittel von Braun, etc.)

 

Kontrolle:

  •  frühstens 3 Tage nach Abschluß der Sanierung durch Kontrollabstriche
  •  Die Verantwortlichkeit der Therapie obliegt dem behandelnden Arzt.

 

 

Für Rückfragen stehen wir Ihnen unter der Rufnummer 040 – 68 74 48 gern zur Verfügung.

 

Ihre Pflegedienstleitung des Strassburger Pflegedienst.

Mitglied Zentralverband Hamburger Pflegedienste

 

 

 

 

 

 

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